Zufriedenheit // Die Arbeit eines Fotografen

10 Feb
Zufriedenheit // Die Arbeit eines Fotografen

Man sagt ja, dass der Mensch sich alle 7 Jahre verändert.
Das heißt er ändert zwar nicht grundsätzlich seine Persönlichkeit aber wenn ihr mal so zurückrechnet, wird bei den meisten von euch die Erkenntnis kommen, dass sich immer innerhalb von 7 Jahren etwas verändert hat.

Ich bin unglaublich schlecht was Jahreszahlen betrifft aber ich glaube 2007 war bei mir ganz anders. Ganz anders als es jetzt ist.

Ich sitze jetzt hier in meinem Büro.
Alles dunkel und nur das Licht das von Computer ausgeht und ich höre schmalzige Lieder bei Spotify.
Zeit mal ein paar Sachen Revue passieren zu lassen.

Vor 7 Jahren konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich jetzt hier sitze.
In einem großen, schönen Büro, in einem noblen Haus in Verbindung mit einem Fotostudio.
Ich hab damals noch geraucht merke ich gerade. Ich habe Fleisch gegessen. Ich habe keinen Sport gemacht. Ich war nicht verheiratet und hatte keinen kleinen Sohn.

Ich bin normal arbeiten gegangen. Zwei Jobs bei der selben Einrichtung, weil man mit einem Job zu wenig verdient.

Ich bin seit 4 Jahren selbstständig und kann tatsächlich mit meiner Arbeit meine Familie ernähren.

Vor 7 Jahren konnte ich mir aber sowas von gar nicht vorstellen jede Woche in die Kirche zu gehen und glückliche Menschen vor der Kamera zu haben.
Ich fotografiere Musiker und Schauspieler und bin mit zuständig für das Realisieren derer handgemachter Kunst.
Ich fotografiere auch Babys und kleine Kinder. Und sogar noch recht oft!

Ich helfe mit bei Videodrehs in Clubs, in die ich vor 7 Jahren niemals reingekommen wäre 😉

Ich erfahre unglaublich viele schöne Momente und Lob für meine Arbeit.
Ich habe mich nicht verkauft und bin mir selber treu geblieben.

Momentan arbeiten wir an einem neuen Imagevideo für meine Arbeit als Hochzeitsfotograf und ich habe einige Pärchen eingeladen um interviewed zu werden.
Und ich stehe am Laptop um den Ton zu kontrollieren und verstecke mich hinter dem Bildschirm, weil ich die ganze Zeit am Grinsen bin.

Und dann denke ich manchmal, dass ich zu viel arbeite….

Aber das ist einfach so und stimmt ja auch. Das ist ein Prozess. Man sollte immer ein Ziel haben im Leben und ich stecke mir jeden Tag Ziele.

Das musste ich jetzt einfach mal los werden.
Seid zufriedener, mit dem was ihr macht.

Ich bin es oft nicht aber das ist wohl meine Persönlichkeit.
Ich bin ein Getriebener und ich finde das ist gut so.

Und jetzt kommt Bon Jovi mit Bed of Roses und jetzt schalte ich AUS.

Das Beste!
Jascha

3 Kommentare
  • Andreas
    Geschrieben am 10 Februar 2014 Antworten

    Hey Jascha, toller ehrlicher Beitrag finde ich Klasse und macht Mut sich wirklich von Zeit zu Zeit Gedanken zu machen welche Dinge im Leben man möchte und welche vielleicht auch nicht. Mutig zu sein und was zu wagen wird aufjedenfall immer belohnt.

    Danke für deine Gedanken dazu 😉

  • Joe
    Geschrieben am 24 September 2014 Antworten

    Hallo Jascha, du sprichst mir fast aus dem Herzen, noch ist mein Büro nicht vorzeigbar, aber nächstes Jahr. Genau vor 4 Jahren habe ich nämlich den gleichen Schritt auch gewagt und keinen, absolut keinen Tag bereut! In diesem Sinne: weiter so! Übrigens U2, bei mir läuft grad U2 🙂
    Gruss Joe

  • Daniel
    Geschrieben am 08 Juni 2015 Antworten

    Bei mir sind es jetzt knapp 4.5 Jahre (September 2010) und ich bereue keinen Tag. Die Freiheiten die eine Selbstständigkeit mit sich bringt überwiegen meiner Meinung nach ganz klar die Pflichten und teilweise sehr langen Arbeitsstunden – aber – und das ist wichtig – aber langes Arbeiten macht überhaupt nichts aus, wenn du deinen Beruf liebst. U2 Beautiful Day 😉

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